Sonntag, 13. Oktober 2019

13./ 14. September: Auf geht's zu den Brujas de Catemaco

Direkt von der Fiesta Mexicana ging es mit 3 anderen Familien übers verlängerte Wochende in Richtung Catemaco in Veracruz.
Kolonnefahren hat dieses mal überraschend gut geklappt. Wenn man es mal aus dem "eigenen" Bundesstaat herausgeschafft hat, muss man es mit der Geschwindigkeitsbeschränkung übrigens nicht mehr ganz so genau nehmen. Denn eine zentrale Bussgeldstelle wie in D gibt es hier nicht. Im Nachbarstaat wird daher bei einem Foto nicht belangt, nur wenn man direkt von der Polizei angehalten wird. Aber das nur mal so am Rande.

Die Fahrt dauerte leider 7 Stunden, da nur eine relativ kurze Strecke Autobahn ist. Der Rest sind typisch schraddelige Strassen mit vielen Topes und auch einigen Stops um megaleckeren Ananassaft an einem der zahlreichen Stände am Strassenrand zu kaufen.
Ich merke gerade, dass ich mal einen eigenen Eintrag nur für Spezialitäten im Strassenverkehr machen muss...

SchlussENDLICH am Ziel angekommen, regnete es aus Eimern.
Aber das Ferienhaus war einfach schön, direkt am See mit Pool. Und den braucht man auch. Zum einen kann man da auch bei strömendem Regen seine Zeit verbringen, zum anderen ist das Wasser des Sees nicht so offensichtlich sauber.


Catemaco ist ein recht unspektakuläres Städtchen, das jedoch für die "brujas de Catemaco", also die Zauberer bekannt ist. Hier gibt's immer im März so etwas wie einen Kongress von sogenannten Schamanen oder die, die sich dafür halten, was- wie sollte es anders sein- von der katholischen Kirche argwöhnisch beobachtet wird. Da touristisch jedoch nicht uninteressant, kann jedoch wohl von dieser Stelle dem "Treiben" kein Ende gesetzt werden.

Der See von Catemaco ist der drittgrösste natürliche See in Mexiko. Nachdem fast der ganze sogenannte Primärwald in landwirtschaftliche genutzte Fläche umgewandelt wurde, gibt es noch das Reserva Ecológica de Nanciyaga, so ziemlich der nördlichste Restregenwald der Welt. Sehr komfortabel hat uns am nächsten Tag jemand mit einem Boot direkt am Haus abgeholt und uns zum Urwald gebracht. Allein die Fahrt über den See war schon toll. Immer wieder schwimmen dort Seerosen (Lirios) mitten im Wasser und es gibt unzählige Seidenreiher.



Am Reservat angekommen kann man erst mal über einen Steg zu einem Restaurant laufen. Steg deshalb, weil es um die 50 mehr oder weniger grosse Krokodile dort gibt (auch ein guter Grund auf einen Pool auszuweichen)


Direkt am Restaurant beginnt dann auch gleich die Tour durch Nanciyaga.
Auf den Spuren der Olmeken läuft man immer wieder an Nachbildungen von Statuen (den sog. Kolossalköpfen) vorbei.
Die Hochkultur der Olmeken war um 1.500 - 400 v. Chr., also noch vor den Maya. Die Menschen damals hatten u. a. bereits Kenntnisse in Astronomie, wie man im "begehbaren" Kalender mit Himmelsrichtungen sowie den Planeten, die von Merkur bis Jupiter dargestellt sind.


Man wandelt übrigens nicht nur auf olmekischen Spuren, sondern auch auf denen von Sean Connery und Mel Gibson. Hier im Wald wurden "Medicine Man" und "Apocalypto" gedreht.


Ausserdem kann man dann eine Schlammmaske mitten im Regenwald machen lassen. Im besten Fall trocknet die dann bis zum Ausgang (bei einigen aber aufgrund der tropischen Temperaturen auch nicht...)
Direkt nach der Schönheitsfarm gibt es frisches Mineralwasser aus einem Brunnen, das aus speziell gefalteten Blättern gereicht wird. Lecker.




Und natürlich haben wir uns auch eine kollektive Schamanenzeremonie nicht entgehen lassen. In einer Hütte (s. u.) gibt es eine Mischung aus Marienbildnissen und traditionellen olmekischen Figuren. Der Schamane selber spricht währenddessen eine Mischung aus spanisch und "nahuatl".
Mit grossen Büscheln Basilikumblättern wird dann noch positive Energie "eingehaucht", die wir alle aber nach seiner Aussage auch vorher schon offensichtlich hatten.


Gehört haben wir sie eigentlich auch schon die ganze Zeit. Aber wir konnten uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass es sie in diesem Landstrich auch tatsächlich gibt:
Rote Aras!
Unglaublich, aber wahr!!! Wir haben eine Gruppe von ihnen über uns hinweg fliegen sehen. Um sie fotografisch einfangen zu können, müsste man aber natürlich mehr Zeit haben. Aber gesehen haben wir sie! Nächstes mal dann.
Nach der Urwaldwanderung ging es dann per Boot weiter über den See und wir haben noch die Affeninseln besucht. Man darf sie nicht betreten, aber die Affen kommen zum Glück ans Ufer. Ursprünglich hat man sie aus Thailand zu Forschungszwecken importiert und sie dann sich selber überlassen. Gibt schlechtere Lebensbedingungen, aber sie sind z. T. stark adipös.






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